Januar 14

Ketogene Ernährung & Exogene Ketone

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Ketogene Ernährung ist in aller Munde! Na ja fast, es gibt ja auch noch ein paar Veganer da draußen. Anhänger dieser Ernährungsform streben jedenfalls eine fett- und proteinreiche Ernährung an und reduzieren dabei die tägliche Kohlenhydratzufuhr auf unter 30g. Das klingt auf den ersten Blick sehr artgerecht, standen doch im Laufe der Menschheitsgeschichte noch nie so viel geballten Kohlenhydrat-Lebensmittel zur Verfügung wie heute. Durch die Reduktion der Kohlenhydrate versetzt man sich in den Zustand der Ketose: dabei produziert die Leber einen fettbasierten Energieträger: die Ketonkörper. Sie werden bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel ganz automatisch aus deinen körpereigenen Fettreserven mobilisiert. Einer der Vorteile der Ketone ist, dass sie von fast allen Organen als Energiequelle genutzt werden können. Beispielsweise kann sie auch das Gehirn als Ersatz für Glukose verwenden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie anders als Glukose kein Insulin benötigen, um in die Zelle zu gelangen. Somit lassen sie deinen Insulinspiegel fast unberührt. Das entscheidende aber bei der Ketose ist, dass dein Körper in dieser Phase Prozesse wie Fettverbrennung und die Autophagie (Selbstverdauung der Zellen, Zellerneuerungsprozess)

Du bist in einem Zustand einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit. Vielleicht fühlst du dich ein wenig wie gedopt. Wir sprachen hier von Ketonen, die vom Körper selbst hergestellt wurden, daher werden diese auch als endogene Ketone bezeichnet.

Doch wie wäre es, wenn wir diese Ketonkörper von außen zu führen würden? Das ist doch dann echtes Doping?

Na ja diese – dann exogenen genannten – Ketone stehen jedenfalls noch auf keiner offiziellen Dopingliste. Allerdings kannst du so quasi künstlich den Zustand der Ketose (wie auf Knopfdruck) herbeiführen und damit deine Leistungsfähigkeit steigern. Aber natürlich nicht in dem Maße, wie wenn du Ketose übers Fasten oder eine ketogene Ernährung erreichen würdest. Es macht also keinen Sinn, ganz normal kohlenhydratreich zu essen und dabei exogene Ketone in großen Mengen zu futtern. Auch kurbeln diese exogenen Ketone keineswegs die Produktion der (körpereigenen) endogenen Ketone an.

Gewöhnlich handelt es sich bei den in Deutschland erhältlichen Produkten um Beta-Hydroxybutyrat (BHB), das es als der stabilste Ketonkörper gilt. Das gibt es in Pulverform in diversen Geschmacksrichtungen. Wie bei fast allen Nahrungsergänzungsmitteln muss man als Ernährungsberater auch hier ganz genau hinschauen: natürlich sind „natürliche“ Aromen drin! Und die sind ja bekanntlich gar nicht so natürlich. Angeblich sind auch keine Süßstoffe drin und schon gar kein Zucker. Doch was bitte schön ist Erythritiol und Stevia Extrakt??? Genau, nichts anderes als nette Süßungsmittelchen. Sonst würde es ja wieder keinem schmecken. Das ist immer das gleiche Spiel bei den Nahrungsergänzungsmitteln. Und wie so oft beim Thema Ernährung: es gilt einfach abzuwägen. Es gibt weder das eine perfekte Lebensmittel und schon gar nicht das eine perfekte Nahrungsergänzungsmittel.

Denn guten Stoff gibt’s dann auch noch in der Variante mit Coffein. Je nachdem wie „Coffein-sensitiv“ dein Körper noch ist, verschafft das noch einen zusätzlichen (oder vielleicht auch den einzigen?) Kick.

Aufpassen sollten vor allem Menschen mit hohem Blutdruck. Ansonsten wie immer auf das Körpergefühl achten, bei dem einen oder anderen verursachen die exogenen Ketone Magenprobleme.

Mein Fazit: es gibt zwar noch kaum Langzeitstudien zum Thema, allerdings zeigen kurzfristige Studien klare positive Effekte, vor allem für Sportler oder High-Performer. Mit den exogenen Ketonen kannst du dir also höchstwahrscheinlich einen Kick für deine mentale Performance sowie deine körperliche Leistungsfähigkeit holen, deinen Blutfett- und zuckerspiegel senken sowie den Zustand der Ketose (bei ketogener Ernährung oder beim Fasten) unterstützen. Doch keine Rose ohne Dornen: auch exogene Ketone sind keineswegs die langersehnte „Magic Pill“ und den Kick holst du dir auf Kosten von etwas Chemie, die du deinem Körper zuführst. Sebastian Kneipp hätte sich im Grabe umgedreht. Zu einem artgerechten Leben a la back-to-the-root passt viel eher die auf natürlichem Wege induzierte Ketose. Und diese erreichst du nur, wenn du die Extrameile gehst und eine Runde fastest oder zumindest mal die Pasta weglässt.


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